Wie entsteht eigentlich der Goldkurs?

Veröffentlicht am: 9. Januar 2012

Wie kommt es eigentlich zu den Notierungen?

London – Die Entwicklung des Goldkurses ist in aller Munde, wird analysiert, kommentiert und prognostiziert. Kaum einer denkt darüber nach, dass er in London täglich festgelegt wird, was eine Unze des gelben Metalls kosten soll.

Nach Regeln aus dem Jahr 1919. Es klingt anachronistisch aber an jedem Wochentag legen fünf Banker der Londoner Börse den Goldpreis fest, den Banken, Minengesellschaften und Großinvestoren dann klaglos akzeptieren. Der so „gefixte“ Goldpreis ist der Referenzwert für alle Goldgeschäfte. Der Kurs, der seit dem 12. September 1919 einmal und seit 1968 zweimal täglich festgestellt wird, wurde bis 1968 in Pfund Sterling notiert, seitdem in US-Dollar.

Beide Währungen haben übrigens gegenüber dem gelben Metall gewaltig an Wert verloren. 1919 wurde die Feinunze Gold beim ersten Fixing mit 4 Pfund, 18 Schilling und 9 Pence bewertet, heute etwa 6,50 US-Dollar. Aktuell kostet die Unze 1380 US-Dollar, das entspricht 873 Pfund Sterling. Das sind mehr als das 200fache des Preises von 1919. Von den früheren Gründungsinstituten sitzen keine Repräsentanten mehr am Tisch.

Sie stiegen aus, wurden von Großbanken übernommen oder verkauften ihre Sitze. Heute handeln HSBC, die britische Barclays Capital, die kanadische Bank of Nova Scotia und die französische Société Géneral sowie die Deutsche Bank den Goldpreis aus – immer noch nach den Regeln von 1919.

 

Quelle: GZ-Online